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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Silheim

Geiser Ludwig 7911 Pfaffenhofen, den 17.06.1977

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr

Silheims Freiwillige Feuerwehr erst seit 1892 selbstständig

Blick in die Feuerwehrchronik:

Die Freiwillige Feuerwehr Silheim, die in diesen Tagen ihr 100- jähriges Bestehen festlich begeht, war nicht von Anfang an selbstständig.
Wie aus der Chronik zu entnehmen ist, riefen die Bürgermeister Joseph Jäckle, Ettlishofen, Josef Ott, Silheim und Georg Holl, Raunertshofen, gemeinsam bei einer Zusammenkunft am 12. März 1876 die "Freiwillige Feuerwehr Ettlishofen" ins Leben. Sie Zählte 60 Mann. Erster Kommandant wurde Josef Heinrich, Ettlishofen, erster Adjudant Johann Wolf, Silheim.
Als Ausrüstung - so berichtet die Chronik weiter - standen nur zehn zum Teil unbrauchbare Eimer zur Verfügung. Doch bald erwarben sich die drei Gemeinden Ettlishofen, Silheim und Raunertshofen von der Stadt Günzburg für 400 Gulden eine alte Druckspritze. Schon 1878 wurde ein Spritzenhaus errichtet. Der Distrikt gewährte damals zum Ankauf von 23 Messinghelmen, 15 Steiggurten und 50 Lederhelmen Zuschüsse.
1877 hatte die Freiwillige Feuerwehr der drei Gemeinden auf Antrag der Jungfrauen beschlossen, eine Sammlung für die Anschaffung einer Fahne für die Freiwillige Feuerwehr durchzuführen. Doch der königliche Bezirksamtmann Fischer verbot dieses Vorhaben. Das bedauerten die Jungfrauen sehr.
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Silheim ist aber heute noch eine Feuerwehrstandarte vorhanden, von der niemand weiss, wann und von wem sie angeschafft wurde. Auch in der Chronik findet sich kein Hinweis.
Fast neun Jahre dauerte es laut Chronik, bis die Freiwillige Feuerwehr der drei Gemeinden in Aktion treten musste. Ihre Bewährungsprobe bestanden die Feuerwehrmänner dann 1885 bei Bränden in Raunertshofen und Grosskissendorf, 1886 in Ettlishofen, 1887 in Anhofen, 1890 wieder in Grosskissendorf und 1891 in Anhofen und Silheim.
1891 im März erwarb die Gemeinde Ettlishofen eine moderne Saug- und Druckspritze bei der Feuerlöschmaschinenfabrik Magirus in Ulm. Das stachelte die Gemeinde Silheim an, für ihre Gemeinde die gleiche Spritze anzuschaffen.
Nun wurde in Silheim auch der Wunsch laut, eine eigene Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Kommandant Matthias Benz, Ettlishofen, hatte dafür ein offenes Ohr und stellte beim königlichen Distrikt Neu- Ulm den Antrag, aus der Freiwilligen Feuerwehr der drei Gemeinden Ettlishofen, Silheim und Raunertshofen zwei selbstständige Feuerwehren bilden zu dürfen. Der königliche Bezirksamtmann Fischer verfogte daraufhin am 20.März.1892, dassSilheim mit Raunertshofen eine "Freiwillige Feuerwehr Silheim" bilden darf. Am 2.April.1892 traf dann die neue vierrädrige Saug- und Druckspritze der Firma Magirus in Silheim ein. Sie kostete 1000 RM.
Johann Wolf, bisher Adjudant bei der Ettlishofer Wehr, wurde zum ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Silheim gewählt. Ihm zur Seite stand Adjudant Joseph Holl von Raunertshofen. Diese neue Wehr Zählte 44 Mann.
Nur drei Jahre stand Johann Wolf, der in dieser Zeit auch drei Einsätze seiner Wehr leitete, an der Spitze der Feuerwehr Silheim. 1895 trennte sich die Gemeinde Raunertshofen von der Freiwilligen Feuerwehr Silheim und kehrte zur Freiwilligen Feuerwehr Ettlishofen zurück. Seit dieser Zeit gehören nur Männer der Gemeinde Silheim zur Freiwilligen Feuerwehr Silheim.
Es mussdamals zu Unstimmigkeiten zwischen den Wehrmännern der beiden Gemeinden gekommen sein, denn laut Chronik wurde binnen vier Tagen zweimal eine Neuwahl durchgeführt, nämlich am 17.Februar.1895 und am 21.Februar.1895.
Bei der ersten Wahl ging Georg Fasold, Raunertshofen, als Kommandant hervor, bei der zweiten Wahl Johann Dirr, Silheim.
Er war 29 Jahre Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Silheim.
Er hatte in dieser Zeit viele Einsätze zu leisten.
Fünf Jahre war hierauf bis 1929 Josef Joas Kommandant der Freiwilligen Feurwehr Silheim. Dann übernahm für sieben Jahr Wolf Josef das Kommando. Ihm folgte für 13 Jahre Georg Schiefele. Unter ihm kam die Freiwillige Feuerwehr Silheim am 24.April 1945 unentgeltlich zu einer Tragkraftspritze mit Schlauchwagen der Firma Magirus aus der Muna in Strass. Er und Josef Zahn verhandelten damals mit Erfolg mit der Muna- Verwaltungsbehörde in Strass. Otto Denzel holte dann die Motorspritze sofort mit einem Fahrzeug ab.
Mehrere Feuerwehrmänner kehrten nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück.
Bei der ersten Neuwahl nach dem 2. Weltkrieg übernahm für 13 Jahre Johann Walter die Freiwillige Feuerwehr Silheim bis zum Jahre 1962 Die Zahl der Wehrmänner bewegte sich nach dem Krieg nie mehr weit über die Zahl 30.
1962 wählten die Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Silheim mit Alois Jehle einen ganz jungen Kommandanten mit erst 22 Jahren, der mit Begeisterung an die Arbeit ging und sich auch selbst immer wieder weiterbildete. Bereits 1964 legten zwei Löschgruppen das Leistungsabzeichen der Stufe 1 ab. Ferner setzte sich Alois Jehle dafür ein, daá die kleine Motorspritze, die siet 1945 benutzt wurde, 1968 durch eine moderne Tragkraftspritze TS 8 ersetzt wurde. Kurz darauf bewies die Feuerwehr Silheim bei einem Brand in Grosskissendorf ihre Schlagkraft mit ihrer neuen Spritze.
Die Wehr war soger als erste Wehr am Brandplatz. Mit 28 Jahren schon wurde Kommandant Jehle im Jahre 1968 zum Kreisbrandmeister ernannt.
Die Feuerwehr Silheim, die zum grossen Teil aus jungen Leuten besteht, bewies erst am 11.Juni 1977 wieder ihre Einsatzbereitschaft, als zur Mittagszeit eine landwirtschaftliche Scheune in Silheim in Brand geriet.
Gemeinsam mit der Feuerwehr Kissendorf gelang es, die Ausdehnung des Feuers auf weitere Nebengebäude und das Wohngebäude zu verhindern.
Vorstände der Freiwilligen Feuerwehr Silheim waren jeweils die Bürgermeister der Gemeinde Silheim:
Weithmann: 1895 - 1901, Johann Wolf: 1901 - 1913, Anton Sonderholzer: 1913 - 1934, Mayr Paul: 1934 - 1937, Johann Walter: 1949 - 1954, Denzel Otto: 1954 - 1963, Wolf Xaver 1963 bis heute. Anto Sonderholzer, Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Silheim von 1913 - 1934, ernannte die Feuerwehr wegen seiner Verdienste für die Feuerwehr bei seinem Ausscheiden als Vorstand zum Ehrenvorstand.

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